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Umschulden richtig gemacht: So optimieren Sie Ihr Budget

Mit einer Umschuldung können Sie bares Geld sparen. Sie können dabei wählen, ob die Kreditrate gesenkt, die Laufzeit verkürzt oder sogar eine zusätzliche Auszahlung generiert werden soll. Wir rechnen Ihnen alle drei Varianten vor und erklären, worauf es bei einer Umschuldung ankommt.

  • Option I: Niedrigere Rate bei gleicher Laufzeit
  • Option II: Schnellere Tilgung bei gleicher Kreditrate
  • Option III: Zusätzliche Auszahlung ohne Änderung an Rate und Laufzeit

 

Mit einer Umschuldung können Sie drei Ziele erreichen: Eine geringere monatliche Belastung, eine beschleunigte Tilgung und eine einmalige Auszahlung ohne Änderungen an Laufzeit und Kreditrate. Kredite zu Umschuldungszwecken funktionieren genauso wie andere Ratenkredite. Einen kleinen Unterschied gibt es allerdings im Antragsprozess: Hier müssen Sie angeben, dass der neue Kredit zur Ablöse anderer Darlehen benötigt wird, damit nicht beide Kredite summiert in Ihrer Haushaltsrechnung angesetzt werden. Dies könnte zu einer unnötigen Ablehnung Ihres Gesuchs führen.

Umschulden lohnt sich. Egal ob die Kreditrate gesenkt, die Laufzeit verkürzt oder sogar eine zusätzliche Auszahlung generiert werden soll.

 

Variante I: Kredit umschulden und Rate senken

Die Ausgangslage: Ihr bestehender Kredit weist eine Restschuld in Höhe von 12.000 EUR und eine Restlaufzeit von 48 Monaten auf. Der Effektivzins beträgt 7,2 %, die Monatsrate mithin 288,77 EUR. Laut Darlehensvertrag müssen Sie im Fall einer vorzeitigen Rückzahlung eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 1,0 % des Ablösebetrages bezahlen.

Sie benötigen somit einen Kredit in Höhe von 12.120 EUR. Diesen können Sie im aktuellen Marktumfeld bei 48 Monaten Laufzeit zu 3,5 % effektiv finanzieren. Die Monatsrate sinkt dadurch auf 270,66 EUR -eine Ersparnis von immerhin knapp 20 EUR monatlich, wenn Sie die Laufzeit unverändert lassen.

Besteht Ihr Hauptziel in einer Verringerung der Monatsrate, können Sie zusätzlich eine längere Laufzeit wählen. Im aktuellen Zinsumfeld wirkt sich eine längere Laufzeit nur marginal auf den Zinssatz aus. Für 3,8 % effektiv könnten Sie die 12.120 EUR z. B. über 72 Monate finanzieren. Die Monatsrate sinkt dann auf 188,16 EUR.

Trotz der längeren Laufzeit und der deutlich geringeren Rate sparen Sie in absoluten Zahlen Geld. Der Kredit mit 7,2 % Zins hätte bis zum Ende der ursprünglichen Laufzeit insgesamt 1.785,77 EUR an Zinsen gekostet. Der Kredit mit 3,8 % und 72 Monaten verursacht bis zur letzten Rate 1.427,65 EUR Zinskosten. Zusätzlich fallen 120 EUR Vorfälligkeitsentschädigung an, so dass die Gesamtkosten bei 1547,65 EUR liegen.

Kurzfazit: Durch einen niedrigeren Zinssatz sparen Sie bei einer Umschuldung automatisch Geld. Verlängern Sie zusätzlich die Laufzeit, kann die Monatsrate um rund ein Drittel sinken.

 

Variante II: Kredit umschulden und Laufzeit verkürzen

Sie möchten das niedrige Zinsniveau nutzen, um schneller schuldenfrei zu sein. Die Ausgangslage: Sie bedienen aktuell einen Kredit mit 15.000 EUR Restschuld und 72 Monaten Restlaufzeit zu einem Effektivzins in Höhe von 6,80 %. Im Fall einer vorzeitigen Rückzahlung müssen Sie keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Die monatliche Kreditrate beträgt 252,84 EUR.

Sie finden einen Kredit mit 4,80 % Effektivzins und nutzen diesen für eine Umschuldung. Halten Sie die Monatsrate konstant, können Sie die Laufzeit auf rechnerisch 67,64 Monate reduzieren. Zahlen Sie statt 252,84 EUR 254,96 EUR, verkürzt sich die Laufzeit auf glatt 67 Monate. Sie sind somit allein  durch die Umschuldung fast ein halbes Jahr früher schuldenfrei, ohne dass sich an Ihrer aktuellen Situation etwas ändert.

Aufgrund der sehr langen Laufzeit des Kredits in diesem Beispiel fällt die mit der Umschuldung erzielte Ersparnis sehr hoch aus. In der Ausgangslage wären während der verbleibenden Laufzeit insgesamt 3.204,56 EUR an Zinskosten angefallen. Nach der Umschuldung zahlen Sie insgesamt 2102,70 EUR – eine Ersparnis von mehr als 1.100 EUR durch einen einzigen Umschuldungsantrag.

Kurzfazit: Eine Verkürzung der Laufzeit erzielt bei gleichzeitig verringertem Zinssatz eine besonders große Zinsersparnis.Kurzfazit: Eine Verkürzung der Laufzeit erzielt bei gleichzeitig verringertem Zinssatz eine besonders große Zinsersparnis.

 

Variante III: Extra-Auszahlung ohne Änderung an Rate und Laufzeit

Sie benötigen Geld, möchten aber keinen neuen Kredit aufnehmen? Dann ist eine Umschuldung eine mögliche Lösung. Richtig gemacht, können Sie so bei gleich bleibender Rate und Laufzeit einen zusätzlichen Auszahlungsbetrag generieren. Dieser wird allein durch den Wechsel auf einen Kredit mit einem niedrigeren Zinssatz erreicht.

Die Ausgangslage: Ihr Kredit mit einer Restschuld von 25.000 EUR läuft noch 72 Monate. Der Effektivzins beträgt 7,5 %, die Monatsrate beträgt 429,28 EUR. Ändern Sie nichts, zahlen Sie bis zum Ende der Laufzeit insgesamt 5.908,14 EUR an Zinsen.

Schulden Sie dagegen in einen Kredit mit einem Effektivzins von 4,5 % um, können Sie eine zusätzliche Auszahlung in Höhe von 2.113,71 EUR in Empfang nehmen. Der Grund: Bei einem niedrigeren Zinssatz lässt sich mit der bisherigen Monatsrate ein Kreditbetrag in Höhe von 27.113,71 EUR finanzieren. 25.000 EUR davon benötigen Sie zur Ablöse des bisherigen Kredits. Der Rest steht zu Ihrer freien Verfügung, ohne dass Sie mehr zahlen müssen. Die Zinskosten reduzieren sich in diesem Beispiel auf 3,794,45 EUR.

Kurzfazit: Wenn der Zinssatz sinkt, können Sie mit Ihrer bisherigen Rate einen höheren Kreditbetrag finanzieren. Der neue Kredit reicht, um den alten Kredit zu tilgen und zusätzlich etwas Geld zur freien Verfügung zu erhalten.

 

Der Zeitpunkt ist günstig: Zinswende am Horizont!

Umschuldungen sind grundsätzlich immer möglich. Derzeit ist der Zeitpunkt günstig, weil die Zinsen so niedrig sind wie noch nie. Die Niedrigzinsphase hält nun schon eine Weile an, könnte aber allmählich an ihr Ende kommen. In den USA steigen Die Zinsen bereits. Viele Fachleute rechnen damit, dass auch die EZB in den kommenden Jahren die geldpolitischen Zügel straffen und die Zinsen erhöhen wird. Dann steigen unweigerlich auch die Zinsen für Verbraucherkredite.

Unsere Empfehlung lautet deshalb: Wenn Sie einen Ratenkredit bedienen, sollten Sie eine Umschuldung zumindest prüfen. Das kostet nichts und dauert nur wenige Minuten. Finden Sie einen Kredit mit einem deutlich niedrigeren Zinssatz, können Sie die Umschuldung in wenigen Minuten in die Wege leiten. Sie müssen den alten Kredit nicht kündigen – das macht die neue Bank für Sie.

 

Fazit: Umschulden lohnt sich immer

Mit Umschuldungen lassen sich drei Ziele erreichen: Eine niedrigere Kreditrate, eine beschleunigte Tilgung und eine zusätzliche Auszahlung. Je deutlicher die Zinsersparnis, desto besser. Der Zeitpunkt für Umschuldungen ist gut, weil die Zinsen noch niedrig sind, aber bald wieder steigen könnten. Unterschiede zu Krediten mit anderem Verwendungszweck gibt es fast keine. Sie müssen im Antrag lediglich angeben, dass Sie das Darlehen zur Umschuldung verwenden möchten und die neue Bank beauftragen, den bisherigen Kredit zu kündigen und abzulösen.

 


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