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Fidor Bank geht an Ripplewood und Sopra Steria

Die Fidor Bank mit Sitz in München wird aufgespaltet und an zwei Unternehmen verkauft. Der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood Advisors erwirbt die Bank – Branchenkreise vermuten, dass dafür lediglich ein symbolischer Preis fällig wird.

Die Techniktochter Fidor Solutions wird an das französische Unternehmen Sopra Steria verkauft. Das Handelsblatt hat im Dezember über die Vertragsunterzeichnung berichtet und sich dabei auf vertraute Kreise berufen. Eine offizielle Pressemitteilung gibt es bislang nicht.

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Der bisherige Fidor Bank Eigentümer BPCE hatte bereits im letzten August über laufende Gespräche mit Ripplehood berichtet. Damals war als Zeitrahmen für den Abschluss des Verkaufs das erste Halbjahr 2021 angegeben worden. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Regulierungsbehörden. Die Verkaufsbemühungen von  BPCE starteten bereits im Herbst 2018.

Die Fidor Bank wird aufgeteilt und verkauft

Fidor Bank Käufer 1: Wer ist Ripplewood?

Ripplehood Advisors ist ein Finanzinvestor. Das Unternehmen hat sich auf die Übernahme von Unternehmen in mehr oder weniger großen Schwierigkeiten spezialisiert. Zum Beteiligungsportfolio gehören Unternehmen aus verschiedenen Branchen – bislang jedoch weniger Bank- und Finanztitel. In Branchenkreisen wird spekuliert, Ripplewood ziele mit der Übernahme der Fidor Bank auf die Banklizenz ab.

Fidor Bank Käufer 2: Wer ist Sopra Steria?

Sopra Steria übernimmt die Technologietochter Fidor Solutions. Diese ist das eigentliche Filetstück der Bank. Fidor Solutions ist verantwortlich für Softwarelösungen, die hausintern genutzt, aber auch anderen Banken und FinTechs zur Verfügung gestellt werden. Der Käufer von Fidor Solutions könnte in Zukunft eine größere Rolle auf dem FinTech Markt und auch für Digitalkredite spielen.

Was ist ein FinTech?

Das französische Unternehmen Sopra Steria kauft Fidor Solutions

Sopra Steria ist ebenso wie die bisherige Muttergesellschaft BPCE ein französisches Unternehmen, betreibt allerdings eine Niederlassung in Hamburg. Sopra Steria  bezeichnet sich selbst als „führenden europäischen Management- und Technologieberater“ und will seine Kunden bei der digitalen Transformation unterstützen.

Angeboten werden in diesem Zusammenhang Beratung, Digitalisierung und Softwareentwicklung. Zu den Kunden gehören vor allem Großunternehmen und Behörden. 2019 erwirtschaftete Sopra Steria einen Gesamtumsatz in Höhe von 4,4 Milliarden EUR – mit 46.000 Mitarbeitern in 25 Ländern.

Strategische Partnerschaften bestehen unter anderem mit Amazon Web Services, Google Cloud, IBM, Microsoft, SAP, Salesforce und Axway.

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Fidor Technologie bald bei der Sparkassen Finanzgruppe?

Sopra Steria bietet auch diverse Leistungen für Banken an – etwa Prozessdigitalisierung. Zu den Kunden in dieser Branche gehört auch die Sparkassen Finanzgruppe. Nutzt diese nach der Übernahme bald die Technologie der Fidor Bank? Konkrete Hinweise darauf gibt es nicht. Sopra Steria teilt auf der Homepage mit, dass die Sparkassen Finanzgruppe in unterschiedlichen Projekten unterstützt werde. Genannt werden zum Beispiel Management-, Prozess- und IT Beratung.

Fidor Bank wollte Community Bank sein

BPCE hatte die Fidor Bank im Sommer 2016 für rund 100 Millionen EUR erworben. Das damalige Ziel: die Fidor Bank sollte zu einer europaweit tätigen Digitalbank ausgebaut werden.

Die BPCE trennt sich von der 2016 erworbenen Fidor Bank

In den Jahren zuvor hatte das in München ansässige Institut in größerem Umfang in Gebrauchtwagenfinanzierungen auf dem britischen Markt investiert. Dieses Engagement stellte sich als problematisch heraus. Die Eigentümerin BPCE (selbst aus der Fusion französischer Volksbanken und Sparkassen entstanden) musste mehrfach Kapital nachschießen, um die Fidor Bank vor der Pleite zu bewahren.

Die Historie der Fidor Bank reicht bis ins Jahr 2003 zurück. Damals wurde die Kölsch Kröner & Co. AG gegründet – einer der Gründer war Matthias Kröner, der bis März 2019 Vorstand der Bank war. Seit 2009 firmiert das Institut als Fidor Bank AG. Die Gründer wollten eine digitale Community Bank gründen, die über soziale Netzwerke in großem Umfang mit ihren Kunden kommunizieren sollte. Tatsächlich zählt die Fidor Bank Community nach Angaben des Instituts rund 950.000 Mitglieder.

Viele Auszeichnungen, zu wenige Kunden?

Das Produktangebot der Münchner umfasst Konten und Kreditkarten für Privat- und Geschäftskunden, Ratenkredite, Geldanlagen inklusive solcher in Fremdwährungen und Kryptowährungen und mobile Bezahllösungen. Im B2B Bereich bietet die Fidor Bank Banking as a Plattform, API Banking Services und Crypto Settlement Accounts an.

Digitalwissen für Bankkunden

Auch wenn die Bank in den vergangenen Jahren immer wieder für ihre Innovationsbereitschaft ausgezeichnet wurde, blieb der Erfolg im Geschäft mit Privatkunden hinter den Erwartungen zurück. Der Fokus lag zuletzt stärker auf B2B Lösungen für andere Banken. Damit ist die Fidor Bank eher FinTech als Bank.

Die Fidor Bank fokussierte sich seit 2019 stärker auf das B2B Geschäft

Die Strategie der BPCE ist nicht in jedem Punkt nachvollziehbar. Wenn die Altlasten aus dem britischen Kreditmarkt das Hauptproblem darstellen sollten, könnte die nun durch andere Parteien vorgenommene Aufspaltung auch intern erfolgen. Die BPCE könnte also Fidor Solutions abspalten und mit diesem Unternehmenszweig die ursprünglichen Pläne vorantreiben. Offensichtlich besteht daran kein Interesse. Branchenkreise berichten, dass die Unternehmenskultur inzwischen BPCE und Fidor Bank zu unterschiedlich gewesen sei. Nicht zuletzt die Trennung von Markus Kröner im Jahr 2019 ist ein Indiz für größere Differenzen.

Produkte sind weiterhin erhältlich

Bislang sind alle Produkte der Fidor Bank weiterhin erhältlich. Es ist möglich, Konten zu eröffnen und Ratenkredite zu beantragen. Der Fidor Ratenkredit ermöglicht Kreditbeträge bis 50.000 EUR bei volldigitalem Vertragsabschluss innerhalb von 10 Minuten. Es handelt sich somit um einen echten Digitalkredit.

Was ist ein Digitalkredit?

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